Energiespar-Contracting

Beim Energiespar-Contracting werden individuell auf ein Gebäude zugeschnittenen Effizienzmaßnahmen durch den Energiedienstleister umgesetzt, mit dem Ziel, Energie und Kosten einzusparen.

Im ESC betrachtet der Contractor die technischen Anlagen des Gebäudes ganzheitlich mit dem Ziel, den Energieverbrauch insgesamt zu senken und damit die Energiekosten zu reduzieren. Foto: dena/Steinbach Fotografie

Beim Energiespar-Contracting (ESC) ist nicht die Investition in eine neue Energieerzeugungsanlage, sondern die Senkung des Energieverbrauchs durch bspw. die Optimierung der Energieverteilung- und Nutzung Gegenstand der Dienstleistung. Oft spielt die Betrachtung des Nutzerverhaltens ebenso eine Rolle, da hier maßgebliche Effizienzsteigerungen erreicht werden können.

Schulungen der Gebäudenutzer zum sparsamen Umgang mit Energie können die technischen Maßnahmen unterstützen. Das ESC verfolgt also eine ganzheitliche Optimierung einer neuen oder bestehenden Anlage und des Gebäudes. Je nach Umfang der Maßnahmen können so etwa 20 – 60 % des Energieverbrauchs eingespart werden.

Wie auch beim Energieliefer-Contracting plant, baut, finanziert und überwacht der Contractor die Effizienzmaßnahmen und Anlagentechnik und betreibt und optimiert kontinuierlich die Anlagen und Geräte. Die Energiekosteneinsparung garantiert der Contractor vertraglich. Für seine Dienstleistungen und die getätigten Investitionen erhält er einen Teil der Einsparungen und refinanziert so seinen Aufwand.

Der andere Teil der Einsparungen bleibt dem Gebäudeeigentümer als Gewinn. Die Energielieferung ist im Energiespar-Contracting nicht enthalten, das heißt der Auftraggeber bleibt Vertragspartner der Energieversorgungsunternehmen (z. B. für Strom, Gas oder Fernwärme). Grundsätzlich besteht bei der Vertrags- und Leistungsgestaltung aber eine Flexibilität, die Raum zur individuellen Ausgestaltung und Anpassung an die Bedürfnisse bietet.

Geschäftsmodelle im Energiespar-Contracting

Wesentliche Merkmale der ESC-Geschäftsmodelle Foto: Erarbeitet durch KEA im Projekt EnPC-INTRANS

Typische Maßnahmen im ESC sind zum Beispiel der Austausch ineffizienter Pumpen, der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage, die Optimierung oder der Einbau einer Gebäudeleittechnik, der Austausch eines Ventilators oder auch der Einsatz energieeffizienter Leuchten.

Im Alltag bleiben Energieverschwendungen durch Nutzungsgewohnheiten oft unentdeckt. Einzelraumregelungen, selbstregelnde Thermostatventile oder eine bewegungsgesteuerte Beleuchtung regulieren das Nutzerverhalten und tragen zu Einsparungen im Verbrauch bei. Diese Einsparungen können überwiegend durch geringinvestive Maßnahmen erschlossen werden. Möchte der Gebäudeeigentümer ausschließlich Energie durch diese Maßnahmen einsparen, steht ihm mit ESC Light ein passendes und zeitlich verkürztes Contracting-Modell zur Verfügung.

Daneben ergänzt das Modell ESC Plus die Angebotspalette im ESC. Dieses Modell zielt schwerpunktmäßig auf die zusätzliche Einbeziehung von Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle ab.

Varianten ESC

ESC Plus

Mit ESC-Plus lassen sich umfangreiche Sanierungsvorhaben, inklusive Wärmeschutzmaßnahmen an der Gebäudehülle, realisieren. Mehr lesen

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