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Angebotsbewertung im Energiespar-Contracting

In der Nutzwertanalyse werden bei Contracting-Angeboten neben wirtschaftlichen auch qualitative Aspekte beachtet.

Angebote für ein Energiespar-Contracting lassen sich am besten mit einer Nutzwertanalyse auswerten. In diese fließen sowohl die wirtschaftlichen Angebotskonditionen als auch qualitative Merkmale ein.

Vorrang in der Bewertung: Kapitalwert

Die wirtschaftlichen Angebotskonditionen sollten in der Bewertung Vorrang haben. Um sie zu bestimmen, verwendet die dena in Ihrem Bewertungstool die Kapitalwertmethode1). In die Berechnung gehen ein:

  • Garantierte Energiekosteneinsparung
  • Erfolgsbeteiligung des Auftraggebers an der garantierten Energiekosteneinsparung
  • Höhe der geplanten Investitionen2)
  • Dauer der Vorbereitungsphase

Nutzwert

In der Nutzwertanalyse werden nun neben dem Kapitalwert weitere Kriterien berücksichtigt. Ein Beispiel  für die Kriterien gemäß dena-Leitfaden Energiespar-Contracting finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Die Gewichtungswerte sind als Beispiel zu verstehen und projektbedingt anzupassen. Im zweistufigen dena-Verfahren für Bundesliegenschaften muss der Kapitalwert des Angebots in der Gesamtbetrachtung das eindeutig bestimmende Bewertungskriterium bleiben.

Nutzwertanalyse: Bewertungskriterien und ihre Gewichtung
Kriterium Gewichtung
Kapitalwert 70 %
Erfolgsbeteiligung des Auftraggebers an der überobligatorischen Energiekosteneinsparunga
Bonusbeteiligung
2 %
Finanzierungskonzept
Finanzierung durch Forfaitierung
2 %
Innovationsgrad, Art und Umfang der vorgesehenen Energiesparmaßnahmen
technisch-organisatorisches Konzept
10 %
Qualität und Langlebigkeit der zum Einbau vorgesehenen technischen Anlagen und Komponenten sowie Kompatibilität zum Anlagenbestand
Nachhaltigkeit der vorgesehenen Energiesparmaßnahmen
5 %
Einsatz umweltschonender Technologien, CO2-Minderung 11 %
Summe 100 %

Vergabeverfahren müssen transparent sein. Daher sollten die Bewertungskriterien und ihre Gewichtung bereits in den Vergabeunterlagen benannt werden.
Dies kann zum Beispiel in der Projektbeschreibung geschehen ("Dokument: Hinweise zum Verfahren"). Auch die Parameter für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollten bekannt gegeben werden.  


1) Bei der Kapitalwertmethode werden die Einnahmen und Ausgaben über die Nutzungsdauer aus Sicht des Auftraggebers berechnet. Um sie über den gesamten Zeitraum vergleichen zu können, werden alle Werte auf einen bestimmten (Bezugs-)Zeitpunkt abgezinst. Der Kapitalwert ist die Differenz zwischen diesen (barwertigen) Einnahmen und Ausgaben. Das Angebot mit dem höchsten Kapitalwert ist aus Sicht des Auftraggebers unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten das günstigste.

2) Der Restwert der Investitionen bleibt seit Anfang 2010 im dena-Bewertungstool Angebotsbewertung und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen.xls für die Kapitalwertberechnung unberücksichtigt. Gegenüber der aktuellen Auflage des dena-Leitfadens Energiespar-Contracting (Februar 2008) ist die Berechnung wie folgt geändert:  Restwert der Investition in den Tabellenblättern "Angebotsvergleich" (Zeile 82,91,99 ff) und "Wirtschaftlichkeitsvergleich" (Zeile 34) ist auf Null gesetzt. Eine überarbeitete Auflage des Leitfaden mit dem geänderten Bewertungstool ist in Vorbereitung.

Bild: © Michael Kempf - Fotolia.com